Ich möchte nicht in deiner Haut stecken: Wintermäntel mit Echtpelz?!

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Kaum wird es draußen wieder dunkler und kälter, kramen die ersten Leute verständlicher Weise wieder die Wintermäntel aus den Schränken. Schön warm solls schließlich sein und modisch wäre auch noch gut. Da kommen solche Wintermäntel mit Kragenbesatz doch wie gerufen.

Modeketten verkaufen solche Mäntel zu einem niedrigen Preisniveau. Der Kragen ziert ein sogenannter Besatz – klar, für 80 Euro bekomme ich schon keinen Tierpelz an meiner neuen wärmenden Jacke, oder?
Falsch gedacht! Denn Deutschland ist vorallem für den Bedarf an Kragenbesatz und Accessoires einer der Hauptabnehmer im chinesischen Pelzhandel – hier werden hauptsächlich Marderhunde und Füchse gezüchtet.

Die Tiere verbringen ihr Leben in einem ca. ein Quadratmeter großen Käfig aus Drahtgitter, erhöht und dem Wetter voll ausgesetzt. Der Bestand an Nerzen, Füchsen und Mardehunden in China wird derzeit auf ca. 70 Millionen Tiere geschätzt, vor wenigen Jahren war dieser noch bei ca. 55 Millionen – eine grausame Entwicklung.

Den meisten Kunden ist es nicht einmal bewusst, dass sie echtes Fell an ihrer Kleidung tragen. Oft hört man dann sogar „Der war nicht teuer, da kann kein echter Pelz dran sein“ – wir bekommen auch Lasagne für ca. einen Euro – so schafft es dann die Industrie auch hier durch Ausbeutung und Tiermisshandlung die Preise derart in den Keller zu drücken, dass Echtpelz bereits auf günstiger Kleidung zu finden ist.

Die Tiere werden auf dem Markt durch eine Metallstange kaltblütig erschlagen, bei einigen Tieren war das aber noch nicht das grausame Ende, sondern sie ersticken in Kofferräumen oder es wird ihnen sprichwörtlich das Fell über die Ohren gezogen.

Doch was macht dir Industrie?

Laut Kennzeichnungsverordnung seit  muss die Verwendung von Echtpelz gekennzeichnet werden, doch mal ehrlich wer denkt schon bei „enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ sofort an Pelz?


Die Kennzeichnung von nichttextilen Teilen tierischen Ursprungs (Art. 12)
Zukünftig muss darüber informiert werden, wenn ein Textilprodukt Bestandteile aufweist, die tierischen Ursprungs sind, auch wenn es sich nicht um Fasern handelt. Die Vorschrift zielt auf Leder und Fell ab. Da keine Mindestmenge von Leder oder Fell angegeben ist, sind auch kleinste Mengen zu kennzeichnen, z. B. das Lederlabel an der Jeans oder auch Knöpfe, die aus Horn hergestellt sind. Notwendig ist, dass wörtlich gekennzeichnet wird: „enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“. Das Gesetz sieht nicht vor, dass stattdessen die Angabe „Leder“ oder „Fell“ gemacht werden darf. Erlaubt ist allerdings, die vorgeschriebene Kennzeichnung zu ergänzen. Hier ist aber darauf zu achten, dass der Verbraucher nicht in die Irre geführt wird. Mit anderen Worten: Es sind klare und wahre Angaben zu machen. Die Regelungen über Art und Weise der Faserkennzeichnung gelten auch für den Hinweis auf die nichttextilen Teile tierischen Ursprungs. Die Vorschrift gilt jedoch nur für Textilerzeugnisse. Dies bedeutet, dass Lederjacken oder Pelzmäntel, die keine Textilerzeugnisse im Sinne des Art. 2 sind, weil sie nicht zu mindestens 80 % aus Textilfasern bestehen, nicht gekennzeichnet werden müssen.

Textilkennzeichnungsverordnung

Was kann ich machen?

In erster Linie – kauft bewusst eure Klamotten ohne Pelzkragen – sei es auch Echtpelz oder aus Fellimitat. Ich sehe selbst das Imitat kritisch, da dadurch der echte Pelz trotzdem weiterhin Salonfähig bleibt und das Bewusstsein für Pelz nicht mehr vorhanden ist.

Wie erkenne ich ob es Echtpelz ist?

  • Bei leichtem Wind „weht“ der Echte Pelz im Wind, der Kunstpelz bleibt dagegen eher starr.
  • Unter echtem Pelz befindet sich ein Unterfell, die wärmende Schicht.
  • Wenn man dem Fell auf dem Grund geht, stößt man auf Leder – die Haut des Tieres, bei künstlichem Pelz findet man Stoff
  • Ein Feuerzeug kann auch helfen den Unterschied zu erkennen. Echtpelz verbrennt ähnlich wie menschliches Haar, Kunstpelz entsteht aus Kunststoffen und bildes beim Brennen wie auch Plastik kleine Kügelchen. Dieser Test kann natürlich nicht im Laden erfolgen!
Video: Echter oder falscher Pelz? / PETA

Mit diesen einfachen Tipps können Sie echten von falschem Pelz unterscheiden.
Bitte kaufen Sie niemals echten Pelz und lassen Sie Freunde & Verwandte wissen, wie man echten Pelz erkennt.
Alles zum Thema Pelz unter http:www.pelzfarm.info

PETA dankt Sabine Kückelmann bei der Umsetzung dieses Videos.

Tierschutz ist Erziehung zur Menschlichkeit

Albert Schweitzer

Quellen: peta.de, gelabelt.de, ZDF 37° Doku, Gesamtverband Textil + Mode