Und wieder ein Preis: Pfaffenhofen ist die nachhaltigste Kleinstadt Deutschlands

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Thomas Herker strahlt über beide Ohren hinaus und hält die Trophäe in der Hand. So zu sehen in der lokalen Tageszeitung.
Er hat schließlich auch etwas zu feiern – mit dieser Trophäe erhält Pfaffenhofen den Preis für die nachhaltigste Kleinstadt Deutschland.

Schön und gut, dass sich was tut in Pfaffenhofen, allerdings sehe ich das ja eher kritisch.
Wozu werden solche Preise verwendet? Was hat uns der Titel „lebenswerteste Kleinstadt der Welt“ gebracht? Was ist an Pfaffenhofen so überaus lebenswert?

Klar, die Stadt bietet was, aber das ist in meinen Augen nicht viel – zumindest nicht für unsere Generation, denn sind wir mal ehrlich – wenn wir uns das Nachtleben ansehen, was ist da geboten? Jede Menge Cafés, drei kleine bis sehr kleine Discotheken und eine etwas größere an der Autobahn, in der sich aber nur das Gemüse rumtreibt. Wenn wir feiern gehen wollen, dann drängt sich doch fast immer eine Fahrt nach Ingolstadt oder München auf.
Wenn man sich die Kriterien für den Preis der „lebenswertesten Stadt“ anschaut, hat das nichts mit der Freizeitgestaltung in der Stadt zu tun, sondern mehr um Historisches und Umwelt. Aber man soll ja nicht immer nur meckern – positiv finde ich, dass der Hauptplatz jetzt endlich mal wieder belebter ist durch die Ansiedlung und C&A und K&L und damit nicht nur die teuren Markenläden wie Urban oder TrendShop zur Verfügung stehen, ansonsten wäre wohl der Hauptplatz bald immer mehr ausgestorben.

Bewertungskriterien LivCom-Award („lebenswerteste Stadt“):

  • Umwelt und Landschaft
  • Bürgerbeteiligung
  • Bewahrung des historischen Erbes
  • nachhaltige Zukunftsplanung

Wenn ich mir die Liste nochmal überdenke, dann ist mir allmählich klar, warum Pfaffenhofen gewonnen hat. Das Straßennetz ist teilweise echt sehr historisch. Fällt das den jetzt in Pfaffenhofen schon unter historisches Erbe? Viel Geld wird in Außenwirkung oder Kunst gesteckt. Ein Kreisel muss extra ein Kunstwerk zieren usw., aber das Straßennetz muss man offensichtlich nicht mal wieder auf Vordermann bringen?! Ach ja, auf dem Hauptplatz befindet sich ja jetzt auch ein recht moderner Brunnen. Für Kinder im Sommer ein Highlight, da sie dort auch mal schön Toben können – aber „jeder will, dass wir den Brunnen ausschalten“ wenn eine Veranstaltung auf dem Hauptplatz ist – so hört man Stimmen aus dem Rathaus durchklingen…

Zurück zur „nachhaltigsten Stadt“

Für das Preisgeld in einer Höhe von 35000 hat Bürgermeister Thomas Herker keine genauen Pläne vorgegeben. Seiner Meinung nach sollen nicht die Politiker, sondern die Bürger Pfaffenhofens über die Verwendung entscheiden.

Sie können Vorschläge für konkrete Projekte bei uns einreichen oder sich bereiterklären, ein bereits ausgearbeitetes Projekt mit Eigenleistung in die Tat umzusetzen

Thomas Herker, Quelle: Donaukurier

Ich würde das Geld für die Jugendförderung verwenden, gerne natürlich auch im ehrenamtlichen Bereich, da dort immer weniger Leute ihren Dienst erbringen – schade eigentlich, da die Kinder so leider immer weniger Sozialkompetenz mit auf den Weg bekommen.

So, genug gemeckert – jetzt seid ihr dran – die Diskussion ist eröffnet.
Was haltet ihr von den Preisen und wie hat sich Pfaffenhofen eurer Meinung nach mit und durch die Preise verändert?
Wofür sollte das Preisgeld verwendet werden?