Frühstart ohne Disqualifikation?!

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Heute ist nun also mein offiziell erster Tag der Vegan for fit Challenge.
Die ersten Reaktionen die ich darauf bekommen habe sind durchweg gemischt.
So gibt es oft große Blicke aber es ist okay, jedoch auch Stimmen von Fleischfanatikern, die „gestern im XYZ [Anm. Große Portionen, deftige Fleischgerichte] waren und das war so lecker!“. Hier wird dann schon versucht an der Auffassung zu appellieren doch diesen „Unsinn“ zu lassen.
Aber was ist denn dieser „Unsinn“?

Wie kam es zur Entscheidung?

Kann es Unsinn sein, wenn man

  • seinen Horizont durch neue Eindrücke erweitern will
  • neue leckere Rezepte kennenlernen will
  • sich bewusst für eine der restriktivsten Ernährungsformen entscheidet um sich mehr mit den Lebensmitteln – unserer Lebensgrundlage zu beschäftigen
  • die Lebenseinstellung von anderen (hier die Veganer) zu verstehen versucht
  • sein Leben umstellen will zu etwas neuem – vor allem positiven?
  • auf Dauer seine Ernährungsweise umstellen will – weniger Fleisch und vor allem bewusster Essen?

Ich finde daran nichts verwerfliches – im Gegenteil. Viele Leute beschäftigen sich nicht mehr mit dem Essen und dem Kochen – gibt ja Buden, Lieferdienste, Fertiggerichte und Päckchen für alles – nur ein „Manni fix für ein neues Leben“ find ich nirgends in den Regalen.

Ich will hier niemanden zum Veganer bekehren – ich denke aktuell nicht, dass ich mein leben vegan leben kann und will – ich will es bewusster Leben.
Bewusster für kleine Dinge.
Unsere Vorfahren mussten um Fleisch zu bekommen jagen – ohne Garantie auf Erfolg. Heute besteht unsere Jagt aus 10 Meter Fußmarsch zeischen Wochnung und Auto, das dann die 500 Meter zum Supermarkt für uns fährt. Dort angekommen bekommen wir dann z.B. Lasagne für unter einen Euro. Tolle Sache denken sich viele – aber hat Essen und vor allem Qualität nicht seinen Preis?
Hier erinnere ich mich sehr gerne an einen Satz von Ruth: „Mich hats ja gewundert, dass da echtes Fleisch drin war und keine Sägespäne“. Unter anderem diese Satz hat mir ein wenig die Augen geöffnet.

Durch einen Chat habe ich dann von diesem Programm erfahren. So habe ich also die Webseite ein wenig durchgelesen und mir wohl auch die ein oder andere Frage wie Attila Hildmann gestellt.
Diese hat nach dem Tod seines Vaters, der sehr an seinen Fleischprodukten hing, seine Ernährung komplett umgestellt – zugegeben sehr streng und auch mehr als nur vegan, so verzichtet er auch auf Weißmehl und Zucker, diese werden dann durch Vollkornmehl und Agavendicksaft ersetzt.
Warum also nicht mal das Programm ausprobieren? 30 Tage ist eine nicht gerade kurze Zeit aber genau das ist ja auch das gute – das Programm reiht sich nicht in den Diätwahnsinn in den einschlägigen Frauenzeitschriften ein, wie sie im Frühjahr wieder alle aus dem Boden sprießen werden. Hier wir langfristig gedacht und genau das gefällt mir, der ganze Körper muss mitspielen, die Ernährung und vor allem der Sport, dann sind Ziele langfristig haltbar – den doofen Jojo-Effekt will doch keiner haben, außerdem schadet er dem Körper.

Streng vegan?

Zum Thema „streng genommen Vegan“ möchte ich hier auch noch ein paar Worte loswerden:
Ich werd nie ein strenger Veganer sein, da meine Meinung definitiv in einigen Punkten mit der Definition kollidiert:

  • Null Tierprodukte – warum denn nicht, wenn sie bewusst gegessen und aus artgerechter Tierhaltung stammen?
    Es soll ja nicht jeden Tag ein halbes Schwein verdrückt werden – das geht nicht mehr artgerecht.
    Meine Tante hat selbst Hennen und sammelt täglich die Eier – diese sind von wesentlich besserer Qualität als die Kaufhaus-Eier.
    Ich habe vorher noch nie einen so schönen gelben Dotter gesehen – und ja, daraus hätte ein Lebewesen entstehen können.
  • Bei Medikamenten – Hut ab, achten strenge Veganer auch auf Inhaltsstoffe wie Milchprodukte oder Gelatine.
    Wenn ich Medikamente benötige, dann nehme ich diese. Es wäre wünschenswert, wenn die Pharmaindustrie Alternativen dazu entwickeln würde.
    Hier spreche ich aber nicht von einer Erkältung, denn diese dauert mit Medikamenten eine Woche, ohne sieben Tage.
  • Kann ich überhaupt 100% vegan leben? Steht mein Haus nicht auch auf einem Grund, der früher ein Lebensraum von Tieren war?
    Ich denke spätestens bei diesem Punkt oder bei der Nutzung von Auto, Strom oder Heizung ist es mit den 100% vorbei!

Ich möchte nun keinen der Veganer vor den Kopf stoßen. Viele machen aus Überzeugung das Beste, das sie für möglich halten.
Find ich super, ihr steht zu eurer Einstellung und macht auch was, da sollte sich die Politik eine ganz ganz dicke Scheibe davon abschneiden!

Zurück zum Thema!

Inoffiziell habe ich bereits am Sonntag mit der Challenge begonnen und habe also meine, zugegebenermaßen unvorteilhaften, Fotos gemacht und alle wichtigen Maße genommen.
Diese werden hier allerdings sicher nicht veröffentlicht. Gerne liefere ich euch aber Zwischenstände mit der Veränderung. Die ersten Zwischenstände werdet ihr dann voraussichtlich am Sonntag anschauen können.

War der Start sehr aufwendig?

Teils ja. Ich habe mich beim Einkauf bewusst für ein normales Kaufhaus entschieden, kein Reformhaus oder einen Biomarkt.
Der Gang dorthin wird einem aber nicht gänzlich erspart. Manche Zutaten findet man nicht im normalen Sortiment oder ich hab sie zumindest nicht gefunden.
Zudem schadet ein Spiralschneider von Gefu oder Lurch nichts im Haushalt – damit werden dann aus Zucchinis schnell die Spaghetti :-).

Wie fühlt es sich bisher an?

Die ersten Tage waren sehr anstrengend – ich bin am frühen Abend auf die Couch gefallen und eingeschlafen.
Eine Umstellung macht sich deutlich bemerkbar.
Aber bereits am dritten Tag – am Dienstag – fühlte ich mich deutlich fitter, es war Sporttag mit unserer lieben Schirin.
Dienstags findet man mich doch relativ regelmäßig bei ihr in der Spinningstunde :-).
Nach der Sporteinheit kamen dann auch im Studio interessante Gespräche zum Thema „gesunde Ernährung“ auf.

Ist das Essen nicht wahnsinnig eintönig?

Das mag man bestimmt denken, da es ja alles auf Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte etc. hinausläuft.
Aber ist eine Ernährung von zwei bis drei Tierarten abwechslungsreicher?
Ich habe nun schon sehr interessante Varianten von Spaghetti alla Carbonara (PDF), Broccoli und Lasgane kennengelernt.
Seit dem Start frühstücke ich und gehe dadurch schon gestärkter in den Tag. Das Basismüsli mit Hafermilch wird immer wieder durch verschiedenes erweitert, sodass es nicht langweilig wird.
Nur mit meinem geliebten Käse, da hab ich schon zu knabbern…

Und von der Vielfalt könnt ihr euch selbst überzeugen:

Übrigens ich habe noch keinerlei Snacks oder Belohnungen wie Schokoriegel, Pralinen (PDF) oder Kuchen (PDF) aus dem Buch probiert, auch wenn sie sehr lecker aussehen.
Welche Diät hat ein solches Belohnungsprogramm?

Jetzt ist aber Schluss!

Ich wünsche euch ein supertolles Wochenende, genießt es alle und habt viel Spaß.
Für Fragen zum Programm oder auch zur Unterstützung wenn ihr mal was probieren wollt, bin ich gern bereit – lasst euch eure Augen öffnen.
Ach ja und noch was: Wer nur von zwölf bis Mittag denkt und Schwarzmaler ist, der kann gern meckern wird dann aber auch ignoriert ;-)