Ach du dickes Ei: Das sollten wir über Eier wissen

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Jeder Deutsche ist im Jahr gut 210 Eier – soviel sagt die Statistik dazu.
Doch wo kommen all diese Eier her? Wer erzeugt diese und unter welchen Bedingungen?

Zeit sich etwas in diese Materie einzuarbeiten…

Kennzeichnung der Eier

Jedes Ei, das in Deutschland oder Österreich verkauft wird, ist gestempelt. Die Kennzeichnung verrät die Haltungsart und die Herkunft.

Aufbau der Kennzeichnung:

Haltungsform – Land – Betrieb
Bei „Was steht auf dem Ei“ kann man weitere Informationen zur Herkunft der Eier einholen.

Länderkennzeichnung:

AT Österreich
BE Belgien
BG Bulgarien
CY Zypern
CZ Tschechische Republik
DE Deutschland
DK Dänemark
EE Estland
ES Spanien
FI Finnland
FR Frankreich
GR Griechenland
HU Ungarn
IE Irland
IT Italien
LT Litauen
LU Luxemburg
LV Lettland
MT Malta
NL Niederlande
PL Polen
PT Portugal
RO Rumänien
SE Schweden
SI Slowenien
SK Slowakei
UK Vereinigtes Königreich

Herstellerkennzeichnung in Deutschland:

In Deutschland beginnt die Herstellernummer mit der Kennzeichnung des Bundeslands.

01 Schleswig-Holstein
02 Hamburg
03 Niedersachsen
04 Bremen
05 Nordrhein-Westfalen
06 Hessen
07 Rheinland-Pfalz
08 Baden-Württemberg
09 Bayern
10 Saarland
11 Berlin
12 Brandenburg
13 Mecklenburg-Vorpommern
14 Sachsen
15 Sachsen-Anhalt
16 Thüringen

Haltungsformen:

  1. Bio-Eier
    6 Hühner / m² (1667 cm² pro Huhn)
    4 m² Auslauffläche pro Huhn
    Es sind die Regeln der ökologischen Landwirtschaft einzuhalten
  2. Freilandhaltung
    9 Hühner / m² (1100 cm² pro Huhn)
    4 m² Auslauffläche pro Huhn
  3. Bodenhaltung
    9 Hühner / m² (1100 cm² pro Huhn)
    Die Lichtzufuhr wird reguliert, daher sehen die Hühner in den meisten Betrieben nie Tageslicht
  4. Käfighaltung bzw. Kleingruppenhaltung
    Unterschiedliche Regelungen:
    9 Hühner / m² (1100 cm² pro Huhn)
    13 Hühner / m² (750 cm² pro Huhn)
    18 Hühner / m² (550 cm² pro Huhn)

Die Käfighaltung ist seit 2010 innerhalb Deutschlands, seit 2012 innerhalb der EU, verboten. Eine Kleingruppenhaltung ist allerdings erlaubt. Die Kleingruppenhaltung erfolgt in Größen von 40-60 Tieren, wobei jedes Tier 800-900 cm² zur Verfügung hat. Zudem sind abgedunkelte Nester, erhöhte Sitzstangen und 900 cm² Einstreubereich pro zehn Hennen zum Scharren und Picken vorhanden.

Das Leben eines Huhnes

Nach dem Schlüpfen der Küken werden diese sortiert, das sogenannte Sexing findet statt. Hierbei werden die Hennen von den Hähnen getrennt. Die Hähne werden meist durch Vergasung oder durch den Schredder getötet, sie dienen teilweise als Futtertiere in Zoos. Einen Blick in die deutsche Geschichte erspare ich mir hier an dieser Stelle, wobei der Gedanke an dieses Thema hier unweigerlich aufkommt. Die Hennen verlassen als Eintagsküken die Brüterei.

Nach ca. 18 Wochen beginnen die Hennen mit dem Legen der Eier. Pro Jahr legt ein Hochleistungshuhn etwa 300 Eier, natürlich wären ca. 30 Stück. Nach ca. eineinhalb Jahren lässt die Legeleistung deutlich nach, wodurch sie aussortiert werden.

Ach ja nebenbei ein kleiner Exkurs zum Hühnerfleisch: Nach ca. 37 Tagen hat ein Masthuhn sein Schlachtgewicht erreicht und wird in den Schlachtbetrieb gebracht, wo die Hühner in ihre Einzelteile zerlegt auf den Markt kommen, nur etwa 30 Prozent der Hühner landet als ganzes Tier auf dem Markt, meist werden nur Brust und Keulen verarbeitet. Wir Europäer machen sogar den afrikanischen Geflügelmarkt mit den für uns unbequemen Teilen kaputt. Wie Europäer wollen die Knochen nicht im Fleisch, daher werden diese Teile massenhaft ins Ausland transportiert.

Bei den Lege- und Masttieren handelt es sich um unterschiedliche Rassen, die jeweils speziell gezüchtet wurden.

Es liegt an uns…

Biologisch und artgerecht gehaltene Hühner legen bessere Eier. Kennt ihr den Unterschied zwischen den industriellen blassen Eiern und einem Ei eines glücklichen Huhns? Ich kenne ihn – meine Tante hat selbst Hennen für den Eigengebrauch – er ist gewaltig, schon die Farbe des Dotters ist deutlich kräftiger und vom Geschmack muss ich nicht reden, oder?

Spiegel TV Österreich über Hühner und Eier…

Es ist kein kurzes Video für fünf Minuten, lohnt sich aber anzusehen!

Quellen: Vetion, Statista, Wikipedia (Eierkennzeichnung)